
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
nach der vor wenigen Tagen verkosteten Schwarzen Anna gibt’s heute gewissermaßen dessen helles Pendant – zumindest namentlich: Und zwar die Anna Weisse der Brauerei Neder aus Forchheim, der Kreisstadt des gleichnamigen oberfränkischen Landkreises. Auch dieses Gebräu habe ich mir Ende August beim Besuch in Forchheim und Bamberg bei einem Getränkemarkt vor Ort besorgt. Die Nachricht vom Ende September aufhörenden Neder-Pächter machte erst kurz darauf die Runde – mehr dazu siehe hier.
Im Weißbierkrug zeigt sich die Anna Weisse der Brauerei Neder sodann unfiltriert und in einem schönen, hell-bernsteinfarbenen Gewand – inklusive einer Besonderheit: Denn ich habe selten so eine stabile und zugleich feinporige Schaumkrone bei einem Weißbier wie hier erlebt. Im trüben Sud sind wenige Bläschen erkennbar, aber die Flaschengärung wird für das Ihrige in Sachen Rezenz dieses mit 5,0 Volumenprozent Alkohol ausgestatteten Sudes sorgen. Sind hier Geruch und Geschmack auch besonders?
Die Nase erschnuppert jedenfalls einen recht typischen, hefig-würzigen Duft nach Banane und zugleich Nelke. Der Antrunk umspült Zunge und Gaumen mit einem leichten, aber nicht süßen Schwall von Bananenaromen, gefolgt von ersten nelkigen Würzaromen. Im hefig-säuerlichen Körper duellieren sich die Hefe-Noten von fruchtiger Banane und würziger Nelke gegenseitig – aber niemand gewinnt so recht die Oberhand, was aber für ein ausgewogenes Gebräu sorgt. Im Abgang rundet eine sehr leichte und eher florale Hopfennote das Gebräu ab.
Die Anna Weisse der Brauerei Neder präsentiert sich als leckeres und gut laufendes Weißbier leicht auf der Nelkenseite – also nicht zu bananig-penetrant.
Einziger Wermutstropfen: Vermutlich stammt dieses obergärige Bier gar nicht von der Braustätte selbst; darauf deutet jedenfalls der rechts am Etikett versehene Aufdruck hin: „Hergestellt für Privatbrauerei Neder“…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Neder