#584: Die Drei von der Zapfstelle der Braumanufaktur Hertl aus Thüngfeld in Oberfranken

Bierprobe Die Drei von der Zapfstelle der Braumanufaktur Hertl von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

dem Vernehmen nach ist dieses Gebräu schon lange ausverkauft, ich bin dank meines Kumpels Alexander Rheindorf aber noch an eine Flasche herangekommen: Und zwar an Die Drei von der Zapfstelle der Braumanufaktur Hertl aus Thüngfeld, einem Ortsteil der Gemeinde Schlüsselfeld im südwestlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Bamberg. Genau genommen handelt es sich dabei um einen Kollaborationssud von Hertl-Chef David Hertl sowie Steffen von Nürnbier und Christian von der Bierothek. Das Ergebnis ist ein Bier, das Bamberger und Nürnberger Brautraditionen vereint – ein Nürnberger Rotbier, das mit Bamberger Rauchmalz veredelt wurde, sprich: Ein rauchiges Rotbier.

Das klingt schon mal sehr vielversprechend, also mit aller Vorfreude Die Drei von der Zapfstelle der Braumanufaktur Hertl in einen Willibecher befördert, in dem sich das Gebräu unfiltriert und in einem Farbton irgendwo zwischen Bernstein und Kupfer zeigt, obendrauf eine mittelstabile, feinporige Schaumkrone. In dem trüben und mit 4,5 Volumenprozent ausgestattete Sud sind aber nur wenige Bläschen erkennbar, was auf eine Rotbier-typisch niedrige Rezenz hindeutet. Ein wirklich pittoreskes Gebräu also, das geradezu zum Antrinken verlockt.

Doch zunächst wittert die Nase einen Duft nach dunklen Malznoten mit diesen Rotbier-typischen Beerennoten unterlegt – und einer bestenfalls feinen Rauchnote im Hintergrund. Der Antrunk beschert Zunge und Gaumen dann mit einem krassen, zugleich säuerlichen und bitteren Malz- und Hopfenpotpourri; auch hier schwebt Rauch dahinter, aber gewissermaßen als Schleier, nicht als Schinkenbombe. Im leicht-säuerlichen Körper treten die malzigen Rotbieraromen wie Roggenbrot und Beerenfrüchten stärker hervor. Die Rauchnote sorgt gemeinsam mit dem Hopfen für so etwas wie die herbe Umrandung dieser Malzmelange, nicht ganz so stark wie beim ebenfalls rauchigen Scheubel-Festbier, aber doch vernehmbar. Im Abgang hallt der Hopfen noch etwas bitter nach und bleibt länger auf Zunge und Gaumen haften.

Die Drei von der Zapfstelle der Braumanufaktur Hertl erweisen sich als leckeres und ungewöhnliches rauchiges Rotbier – toll gelungen.

Und es schmeckt definitiv kräftiger, als es die 4,5 Volumenprozent Alkohol zunächst vermuten lassen. Ich bin gespannt, ob David, Steffen und Christian Die Drei von der Zapfstelle der Braumanufaktur Hertl im kommenden Jahr noch einmal neu auflegen…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Braumanufaktur Hertl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert