
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute wird auf meinem Balkon im Kölner Süden nach dem Urstoff der zweite Sud von Konrad „Conny“ Krug zur Bierprobe vorstellig: Die Rede ist vom Lager von Krug-Bräu aus Breitenlesau bei Waischenfeld im westlichen Teil des Landkreis Bayreuth und damit im Herzen der Fränkischen Schweiz gelegen.
Im passenden Brauerei-Glaskrug zeigt sich das Lager von Krug-Bräu optisch herausragend in einem filtrierten, dunkel-kupferfarbenen Gewand, obendrauf geziert von einer stabilen, feinporigen und dabei leicht cremefarbene Schaumkrone. Selbst im sehr dunklen Sud sind viele aufsteigende Kohlensäurebläschen erkennbar – was auf eine hohe Rezenz hindeutet. Beim Alkohol kommt dieses Bild von einem Bier mit 5,1 Volumenprozent daher. Kann das Gebräu auch geruch- und geschmacklich überzeugen?
Die Nase wird jedenfalls geradezu becirct von einem brotig-maischigen Duft mit Noten von Dunkelmalz und Roggenbrot dahinter. Der Antrunk liefert einen schönen Spezialmalzschwall ohne nennenswerte Süße. Im getreidigen Körper weiten sich die Malzaromen, es schmeckt nach Roggenkruste und leicht nach Nüssen, plus irgendwas Richtung Beerenfruchtigkeit dahinter, aber keine Süße. Mittelfrüh tritt an jener Stelle auch eine mittlere Hopfenbittere hinzu, die im Abgang auf floral dreht und das Gebräu schön abbindet.
Dabei verströmt der Gerstensaft zunächst einen stark röstmalzig-getreidigen Geruch, im Antrunk gibt es eine leichte Malzsüße mit Aromen von Schwarzbrot, die in einen leicht säuerlichen Körper mit Röstmalzaromen von dunkler Schokolade und Lakritz sowie leichten Karamellnoten übergeht, bis im Abgang eine mittlere Hopfenbittere übernimmt. Das schmeckt sehr ausgewogen und süffig. Kurzum:
Das Lager von Krug-Bräu präsentiert sich als uriges und geradezu prototypisches dunkles fränkisches Lager mit schönen Widerspiel von Malz und Hopfen.
Konrad „Conny“ Krug ist bereits in fünfter Generation Braumeister der Privatbrauerei, die bereits seit 1834 in Familienbesitz ist. Heute verkauft das Kleinunternehmen mit 14 Festangestellten die Flaschen mit dem markanten Fachwerk-Brauhaus inzwischen sogar international.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Mehr Informationen: Krug-Bräu