
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
nach dem im Juli verkosteten Brotzeitseidla gibt es heute ein weiteres Gebräu vom Unterlauf des Mains zur Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden: Der Kaiser Heinrich Urstoff der Brauerei Göller aus Zeil am Main recht zentral in der Mitte des unterfränkischen Landkreises Haßberge gelegen. Dieser wiederum grenzt im Osten an den oberfränkischen Landkreis Bamberg.
Im Glas steht der Kaiser Heinrich Urstoff der Brauerei Göller zunächst in einem filtrierten Honiggelb; obendrauf abgerundet von einer stabilen, feinporigen Schaumkrone. Diese wiederum wird von unten von der ordentlich, aber nicht allzu heftig perlenden Kohlensäure unterstützt wird – der mit 5,2 Volumenprozent Alkohol eingebraute Sud ist also mit mittlerer Rezenz ausgestattet. Optisch also ein sehr ansprechendes Bier, das Lust auf mehr macht.
Die Nase über dem Gebräu erschnuppert einen ansprechenden Duft nach Malz, Biskuit und ganz leicht Maische dahinter. Der Antrunk liefert einen schönen, aber gar nicht süßen Hellmalzschwall und leichte Fruchtnuancen. Im getreidig-schlanken Körper differenzieren sich die Malzaromen noch etwas aus; neben Biskuit tut sich hier vor allem eine leichte, aber dennoch sehr leckere Note von grünem Apfel hervor – nicht ganz so stark wie beim geliebten Reichold-Lager, aber sehr lecker dennoch. Den Abgang beschließt eine leichte bis mittlere und eher florale Hopfenbittere, die aber sehr passend ist.
Der Kaiser Heinrich Urstoff der Brauerei Göller unterscheidet sich stark von typischen Hellen und tendiert eher in Richtung klassisches fränkisches Lager.
Den Hintergrund zur Namensgebung klärt das rückseitige Flaschenetikett auf: Demnach verlieh das Erzbistum Bamberg im Jahr 1514 der sogenannten „Alten Freyung“ – einem alten Gebäudekomplex in Zeil am Main – das Brau- und Schankrecht. Damit verbunden war eine ehemalige Funktion als „Freistatt“, die besagte, dass dort kein weltlicher Richter das Recht der Ausübung seines Amtes besaß. Dieser Sonderstatus wiederum geht zurück auf eine Stiftung des Bamberger Kaisers Heinrich des Zweiten und seiner Gemahlin Kunigunde. Daher sind beide symbolhaft im Hauswappen der Brauerei neben dem Bamberger Dom dargestellt. Mit dem Kaiser Heinrich Urstoff der Brauerei Göller würdigt die Braustätte also gewissermaßen ihre historischen Wurzeln…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Göller