
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
Mitte Mai werde ich erstmals nach ziemlich genau zwei Jahren wieder nach Bamberg reisen – und nehme den Besuch mit der heutigen Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden schon ein Stück weit vorweg: Und zwar mit dem Bamberger Braunbier von Klosterbräu aus der gleichnamigen oberfränkischen Stadt. Wie bereits hier Blog beschrieben, begann dort meine Reise rund um fränkische Biere im Juni 2023 bei meinem ersten Bamberg-Besuch.
Im Glas erstrahlt das Bamberger Braunbier von Klosterbräu in einem auffallend schönen, dunkel-kupferfarbenen Gewand mit einer stabilen, feinporige Schaumkrone obendrauf. In dem filtrierten, aber düsteren Sud steigen einige Kohlensäureperlen auf, was auf maximal mittlere Rezenz hindeutet. Beim Alkohol sind hier ordentliche 5,5 Volumenprozent mit an Bord. Nun bin ich schon sehr gespannt aufs Antrinken.
Aber zuvor Anschnuppern, was hier sehr lohnt, denn die Nase umweht ein schöner Duft nach Spezialmalzen mit Nuancen von Roggenkruste und Maische ohne jedwede Süße dahinter. Der Antrunk liefert einen kräftigen Dunkelmalzschwall mit weiteren Roggen- und Nussaromen sowie roten Beeren, aber ohne Röstnoten und auch ohne Süße. Im minimal säuerlichen Körper differenzieren sich die Spezialmalze weiter aus, es schmeckt nach dunklem Brot, aber auch Toffee und Nüssen – all das aber stets ohne Süße, dafür gibt’s eine mittelfrühe und mittelstarke Hopfenbittere. Diese übernimmt im Abgang das Kommando, dreht ein bisserl auf floral und hallt länger nach.
Das Bamberger Braunbier von Klosterbräu erweist sich als sehr leckeres Gebräu mit einem komplexen Potpourri dunkler Malzaromen – top!
Bei der Verkostung des Bockbieres vor einigen Wochen hatte ich die Frage aufgeworfen, ob bei Klosterbräu noch selber Bier gebraut werden, da die Brauerei seit 2017 der Brauereifamilie Wörner gehört, die Bambergs größte Brauerei Kaiserdom ansässig im 1972 eingemeindeten westlichen Stadtteil Gaustadt betreibt. In der Frankenbier-Gruppe hat nun ein Mitglied dazu Interessantes preisgegeben: „Mir hat der Eigentümer der Kaiserdom gesagt, dass die Klosterbräu-Biere allesamt vor Ort gebraut werden (übrigens alle Spitze im Segment) und Weißbier und Pils (durchaus gut) von der Mama in Gaustadt kommen.“
Soviel also zu den Gerüchten, die Sude stammten allesamt in Wahrheit vom Mutterhaus. Damit dürfte also auch das Bamberger Braunbier von Klosterbräu direkt am Regnitz-Ufer gebraut werden…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Klosterbräu Bamberg