
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute präsentiere ich die Ergänzung eines bisherigen Traditions-Quartetts: Denn ich konnte jüngst das Graser Stiftsgartenbier der Brauerei Heller bei meinem Frankenbier-Dealer Beerolution in Troisdorf auftreiben. Unter der Marke Graser („ehem. Brauerei Michaelsberg, die bis ins Jahr 1122 zurückgehende älteste Brautradition Bambergs“) vermarktet Hellerbräu-Chef Matthias Trum seit diesem Frühjahr eine Serie von vier Traditionssuden ohne Rauchmalz, die auf Rezepten seines Ur-Ur-Ur-Großvaters Konrad Graser basieren.
Zum Glück habe ich ja noch den passenden Graser-Willibecher, in dem sich das Graser Stiftsgartenbier der Brauerei Heller in einem unfiltrierten, strahlenden Bernstein äußerst pittoresk zeigt. Die sehr stabile und feinporige Schaumkrone obendrauf unterstreicht den optisch starken Auftritt. Darunter zeigt sich nur „a wenig“ Bewegung, was auf eine maximal mittlere Rezenz dieses mit kräftigen 5,7 Volumenprozent Alkohol ausgestatteten Märzenbieres hindeutet. Das mutet alles sehr vielversprechend an.
Ein verlockender Malzduft nach Roggenbrot und ungerösteten Nüssen mit etwas Maische dahinter bezirzt bald die Nase. Der Antrunk beschert Zunge und Gaumen einen kräftigen Schwall von dunklen Malznoten, deren Intensität fast in Richtung dunkles Bockbier geht. Zudem verrichtet hier der – laut vorderseitigem Etikett – Bamberger und Spalter Hopfen wirklich früh seine Dienste und arbeitet mit einer ordentlichen Bittere gegen das Malz an. Im getreidigen Körper ringen die Malz- und Hopfenaromen um die Dominanz; Aromen von Roggenbrot und Nüssen sowie fast rumtopfartige Beerenfrüchte treffen auf mentholartige Hopfenaromen – das hat Wumms. Im Abgang übernimmt dann der Hopfen das Kommando und hallt mit kühler Bittere länger nach.
Das Graser Stiftsgartenbier der Brauerei Heller wartet mit einem tollen Widerspiel von Malz- und Hopfenaromen auf, wie man es in dieser Form nur selten findet – top!
Seinen Namen verdankt das Gebräu dem Bamberger Stiftsgarten, der sich in der ehemaligen Klosteranlage auf dem Michaelsberg befindet – gebraut nach einem weiteren Originalrezept der dortigen ehemaligen Brauerei…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Konrad Graser