
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute kredenze ich ein Zwickel, aber ein Obergäriges – denn es wird mit Altbierhefe eingebraut: Gemeint ist das Kellerbier der Pyraser Landbrauerei aus Pyras, einem zum Markt Thalmässing im südlichen Teil des mittelfränkischen Landkreises Roth gehörenden Dorf. Es handelt sich inzwischen auch bereits um den sechsten Sud dieser von Marlies Bernreuther geleiteten Brauerei, wie alle abgefüllt in der markanten Flasche mit dem Schraubverschluss.
Also den ebenso markanten Brauerei-Glaskrug hervorgekramt, in dem sich das Kellerbier der Pyraser Landbrauerei geradezu prototypisch zeigt, nämlich in einem markanten, unfiltrierten Dunkel-Bernstein. Eine mittelstabile, feinporige Schaumkrone rundet den tollen optischen Auftritt ab. In dem naturtrüben und mit 4,8 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Sud sind wenig aufsteigende Bläschen erkennbar, was auf niedrige Rezenz hindeutet. Zeigen sich Geruch und Geschmack auch herausragend?
Die Nase über dem Gebräu wittert einen schönen malzigen Duft mit Noten von ungerösteten Nüssen und leichten Beeren dahinter. Beim Antrunk umspült ein kräftiger Malzschwall mit leichter Säure Zunge und Gaumen; hintendran folgt noch etwas Süße, die sich bald in Richtung Honig entfaltet. Im leicht hefig-säuerlichen Körper wetteifern die Malzaromen von Mandeln und Nüssen mit beerigen Fruchtaromen um Dominanz, hier gibt’s dann auch fast keine aufblitzende Süße mehr. im Abgang rundet eine leichte und eher florale Hopfenbittere den Trunk passend ab.
Das Kellerbier der Pyraser Landbrauerei erweist sich als kernig-leckeres Zwickel, das gut läuft und mit schönen Malzpotpourri aufwarten kann.
An ein Altbier erinnert dieses Gebräu gleichwohl nicht – und soll es wohl auch nicht…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Mehr Informationen: Pyraser Landbrauerei