#203: Das Schwarzbier von Günther-Bräu aus Burgkunstadt in Oberfranken

Bierprobe Schwarzbier von Günther-Bräu vom FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

heute hat sich auf meinem Balkon im Kölner Süden ein eher seltener Gast zur Bierprobe eingefunden: Die Rede ist vom Schwarzbier von Günther-Bräu aus Burgkunstadt im östlichen Teil des Landkreises Lichtenfels gelegen. Dieser liegt im nördlichen Oberfranken nördlich des Landkreises Bamberg und südlich des Landkreises Coburg, der wiederum an Thüringen grenzt.

Im Brauerei-Willibecher präsentiert sich das Schwarzbier von Günther-Bräu optisch herausragend, nämlich in einem pittoresken Dunkel-Kupfer, passend abgerundet von einer stabilen, feinporigen und dabei cremefarbene Schaumkrone obendrauf – und erinnert damit zumindest rein optisch ein wenig an seinen Brauereibruder, das fränkische Dunkel. In dem sehr dunklen Sud sind praktisch keine aufsteigenden Bläschen zu erkennen, was eine niedrige Rezenz bedeutet. All das ist sehr Schwarzbier-typisch und macht Lust auf mehr.

Genau so gestaltet sich dann auch der Antrunk,  nämlich mit kräftigen Röstmalznoten nach Schwatzbrot und Lakritz mit leichter Säure dahinter. Der Antrunk beschert den Geschmacksknospen dann einen kräftigen Röstmalzschall ohne irgendeine Süße, plus eine leichte, aber doch vernehmbare, mittelfrüh einsetzende Hopfenbittere. Im leicht säuerlichen Körper entfalten sich die Röstmalznoten etwas stärker in Richtung Schwarzbrot, dunkle Bitterschokolade und Lakritz, ja beinahe schon Salmiak – unterlegt von der weiterhin nicht allzu kräftigen, aber doch präsenten Hopfenbittere. Diese dreht im Abgang zwar nicht mehr großartig auf, aber bleibt samt Röstmalzaromen dennoch länger auf Zunge und Gaumen haften.

Das Schwarzbier von Günther-Bräu zeigt ein komplexes und wirklich sehr leckeres Potpourri von Malz- und Röstmalzaromen.

Das Verbreitungsgebiet der Biere von Günther-Bräu zieht sich aufgrund des Brauereistandorts im nördlichen Oberfranken bis hinein ins südliche Thüringen. Möglicherweise hat sich Braumeister Peter Günther also auch aufgrund dieses Kundenstamms an jene Bierform gewagt, schließlich hat diese Biergattung ihre Wurzeln eher in Ostdeutschland hat, genauer: in Thüringen und Sachsen.

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Mehr Informationen: Günter-Bräu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert