
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute verkoste ich ein weiteres sommerliches Gebräu, das demnächst leider nicht mehr verfügbar ist: Die Rede ist vom Sommergold der Brauerei Hennemann aus Sambach, einem Ortsteil der Gemeinde Pommersfelden im südlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Bamberg. Das Lagerbier und das Zwickelbier hatte ich in den vergangenen Tagen vorgestellt; wie dort beschrieben, hat die Brauerei in Ermangelung eines Nachfolgers Ende Juli offiziell ihre Pforten geschlossen.
Also zum vorerst letzten Mal den passenden Glaskrug aus dem Regal genestelt, in dem sich das Sommergold der Brauerei Hennemann zunächst in einem unfiltrierten Dunkel-Honiggelb zeigt, abgerundet von einer stabilen, feinporigen Schaumkrone obendrauf. Wie bei den beiden anderen Hennemann-Bieren sprudelt die Kohlensäure hier geradezu nach oben, was von hoher Rezenz kündet. Zudem ist der Sud mit 4,9 Volumenprozent Alkohol eingebraut. „Naturtrübes Pils“ verspricht das Etikett – kann das Gebräu mit seinen Brauerei-Geschwistern mithalten?
Die Nase wittert bald nach dem Eingießen einen Duft nach Malz und Maische mit leichten Noten von Gras und Heu dahinter. Der Antrunk liefert eine recht trockene Malzigkeit sowie eine mehr oder weniger direkt einsetzende und dabei mehr als mittelstarke Hopfenbittere. Im getreidig-schlanken Körper differenzieren sich die Malzaromen nicht mehr sonderlich auseinander, aber die Hopfenaromen überzeugen durch eine mentholartige Frische sowie einige florale Aromen als Gegengewicht. Im Abgang bleibt die Hopfenbittere länger trocken auf Zunge und Gaumen haften.
Das Sommergold der Brauerei Hennemann erweist sich als süffiges Pils mit schönem Hopfenpotpourri und guter Kernigkeit.
Tatsächlich erinnert mich dieses Gebräu am ehesten an den Trüben Hammel vom Georg Schroll aus Nankendorf.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Hennemann