#180: Das Rotbier der Brauerei Schanzenbräu aus Nürnberg in Mittelfranken

Bierprobe Rotbier der Brauerei Schanzenbräu von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

heute gibt’s eine Nürnberger Bierprobe  – und das gleich im doppelten Wortsinne: Das Rotbier der Brauerei Schanzenbräu aus Nürnberg in Mittelfranken – das damit überhaupt erst die zweite Verkostung jenes Spezialsudes nach dem Veldensteiner Rotbier ist, der so typisch gerade für die fränkische Hauptstadt ist.

Im Brauerei-Krug kleidet sich das Rotbier der Brauerei Schanzenbräu namens- und sortentypisch in einem unfiltrierten Dunkel-Kupfer. Den pittoresken Eindruck unterstreicht auch die mittelstabile, feinporige und leicht cremefarbene Schaumkrone, die von unten gleichwohl ordentlich Unterstützung erfährt, wie selbst der naturtrübe Sud offenbart – was auf eine recht hohe Rezenz hindeutet. Rein optisch also geradezu ein Bild von einem Rotbier.

Ähnlich ansehnlich geht’s dann geruch- und geschmacklich weiter: So umweht die Nase bald ein sehr schöner röstmalziger Duft nach Roggenbrot und Nüssen, der Lust auf mehr macht. Der Antrunk liefert ein sehr leckerer Röstmalzschwall ohne nennenswerte Süße und eine früh einsetzende, aber nicht allzu kräftige Hopfenbittere. Im minimal säuerlichen Körper differenzieren sich die Röstmalzaromen weiter aus in Richtung Roggenbrot und gerösteten Nüssen und ganz entfernt roten Beerenfrüchten – unterlegt von der weiterhin vorherrschenden, aber nicht allzu kräftigen Hopfenbittere. Diese dreht im Abgang noch etwas auf und hallt schön nach.

Das Rotbier der Brauerei Schanzenbräu ist ein super-leckerer Vertreter jenes Nürnberger Braustils – für mich fast der Prototyp eines Rotbiers.

Für einen gebürtigen Nürnberger wie den Schanzenbräu-Gründer und -Geschäftsführer Stefan Stretz war es fast schon eine Selbstverständlichkeit – um nicht zu sagen ein Muss –, als erstes Bier neben dem Hellen ein Rotbier zu brauen. Schließlich hat sich diese ausschließlich mit reinem Gerstenmalz im Mittelalter gebraute Bierspezialität –  im Gegensatz und als Gegenentwurf zu den vielen Mischmälzen mit Weizenzugeabe zu jener Zeit – ebendort in der fränkischen Hauptstadt entwickelt.

Lange war jener Braustil ein Stück weit verschollen, bis unter anderem Stretz sich ihm ab 2007 widmete. „Ich möchte schon auch irgendwie für mich ein bisschen behaupten, dass wir das Rotbier weiterentwickelt haben und weiter nach draußen gebracht haben“, so der Schanzenbräu-Chef im Jahr 2020 im Podcast Beertalk,  „und so wieder publik gemacht haben und aus der Versenkung geholt haben.“ Was in der Tat gut möglich ist, denn nun steht das Rotbier der Brauerei Schanzenbräu sogar in Köln bei mir auf dem Balkon…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Brauerei Schanzenbräu

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