
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute hat sich nach Vollbier, Festbier und Hellem bereits der vierte meisterliche Sud zur Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden eingefunden: Die Rede ist vom Zwickl-Bier der Brauerei Meister aus Unterzaunsbach bei Pretzfeld im westlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Forchheim gelegen – also aus der Fränkischen Schweiz stammend.
Das laut Etikett „hefetrüb“ eingebraute Zwickl-Bier der Brauerei Meister zeigt sich im Braustätten-Willibecher wie versprochen unfiltriert und in einem geradezu strahlenden Bernstein. Die feinporige Schaumkrone obendrauf ist derart stabil, dass einem das Einschenken schon fast schwierig gemacht wird. In dem naturtrüben Sud sind einige aufsteigende Bläschen erkennbar, also sollte die Rezenz mal mindestens mittelkräftig sein. Können hier Geruch und Geschmack mit der tollen Optik mithalten?
Die Nase wittert jedenfalls einen kräftigen Duft nach Getreide, Malz und Karamell mit dieser schon im Hintergrund vernehmbaren Meister-Note. Der Antrunk liefert einen schönen, aber nicht allzu süßen Malzschwall mit etwas Karamell dahinter. Im getreidigen Körper schmeckt es nach Malz und Toffee sowie etwas Beerenfruchtigkeit dahinter – plus eine mittelfrüh einsetzende und mittlere Hopfenbittere, die als Kontrast sehr stimmig ist. Im Abgang hallt die Hopfenbittere gar nicht so niedrig mit etwas floralen aber eben auch herben Noten nach.
Das Zwickl-Bier der Brauerei Meister erweist sich als kerniges Kellerbier mit ordentlicher Hopfung und typischer „Meister“-Grundnote.
Apropos: Einige Kommentatoren in der Frankenbier-Gruppe auf Facebook bezeichnen jenen karamelligen Geschmack als Bierfehler. Grund: Bei fehlender Diacetyl-Rast während des Brauprozesses wird das von der Hefe produzierte Diacetyl nicht vollständig resorbiert, was sich als Buttergeschmack offenbart. Manche Brauereien nutzen jene buttrige Note hingegen als eine Art Markenzeichen: bekannteste Vertreter hierfür sind das Pilsener Urquell sowie das Budweise Budvar. Ich selber finde aber nicht, dass jene Grundnote der „Meister“-Biere unter die Kategorie „Bierfehler“ fällt – ganz im Gegenteil.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!