#561: Der Brachbock der Brauerei Pröls aus Weißenburg in Mittelfranken

BIerprobe Brachbock der Brauerei Pröls von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

Sommerzeit ist ja wahrlich keine Starkbierzeit, aber hier muss es ausnahmsweise so sein: Die Rede ist vom Brachbock der Brauerei Pröls aus Weißenburg, Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Ein fränkischer Kumpel hat ihn kürzlich im Getränkemarktes Egerer in Pleinfeld am Brombachsee erstanden; dabei hat ihm Inhaber Markus Egerer, der den Brauereichef Christopher Pröls laut Facebook-Fotos persönlich kennt, folgenden Hintergrund berichtet: Eigentlich wollte Pröls das Gebräu als Pfingstbock auf den Markt bringen. Doch der Sud wurde nicht rechtzeitig fertig, so dass ein neuer Name hermusste. Den fand der Brauer in Anlehnung an sommerlich brachliegenden Felder.

Im Glas zeigt sich der Brachbock der Brauerei Pröls in einem filtrierten hellen Bernstein, abgerundet von einer sehr stabilen und dabei eher mittelporigen Schaumkrone. Diese erfährt zudem von unten dank einiger aufsteigender Kohlensäurebläschen Unterstützung, was von mindestens mittlerer Rezenz kündet; beim Alkohol sind für eine Starkbier eher bescheidende 6,0 Volumenprozent Alkohol mit an Bord. Diese Optik macht tatsächlich Lust auf Mehr, also auf zum Antrinken.

Die Geruchsknospen wittern einen leckeren Malzduft nach Roggenbrot, Nüssen und Toffee. Der Antrunk liefert einen kräftigen Schwall von Spezialmalzaromen sowie eine recht früh einsetzende, mittelkräftige Hopfenbittere – also eine tolle Kombination. Im getreidigen Körper differenzieren sich die Malzaromen weiter aus in Richtung Roggenbrot, Nüsse, ja fast ein Hauch Marzipan – treue Leser wissen, dass ich da sehr schwach werde – und leicht spritzige Fruchtnoten in Richtung Beeren und Orangen, in Verbindung mit der anhaltenden Hopfenbittere also durchaus Richtung Bitterorange. Im Abgang hallt der Hopfen noch etwas, aber nicht mehr allzu kräftig nach.

Der Brachbock der Brauerei Pröls präsentiert sich als süffiges Starkbier mit schönem Widerspiel komplexer Malz- und Hopfenaromen.

Ein weiteres tolles Bier dieser jungen Brauerei aus Weißenburg also, von der ich noch einige weitere im Keller stehen habe…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Brauerei Pröls

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