
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
der Protagonist meiner heutigen Bierprobe ist inzwischen schon wieder nicht mehr erhältlich: Die Rede ist von der Gundel Sommerliebe der Brauerei Gundel aus Barthelmesaurach, einem Ortsteil der Gemeinde Kammerstein im Nordwesten des mittelfränkischen Landkreises Roth. Mitte Juni verkündete die Brauerei auf Instagram den Verkaufsstart für diesen saisonalen Sud – nach nur zwei Tagen war das Gebräu bereits ausverkauft. Zum Glück hat mein fränkischer Kumpel beim Abklappern vor Ort noch einen heißen Tipp vom Gundel-Seniorchef bekommen – und ein paar Flaschen beim lokalen Rewe erstanden.
Also mal wieder den passenden Pallasbecher aus dem Regal hervorgekramt, in dem sich die Gundel Sommerliebe der Brauerei Gundel in einem unfiltrierten Goldgelb zeigt. Die sehr stabile, feinporige Schaumkrone obendrauf rundet die Optik passend ab. Einige aufsteigende Kohlensäurebläschen deuten auf eine mittlere Rezenz dieses mit 4,8 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Sudes hin. Mit welchen geruch- und geschmacklichen Besonderheiten kann der Trunk überraschen?
„Ein hopfig naturtrübes Saisonbier“ verspricht jedenfalls das Flaschenetikett. Tatsächlich wittert die Nase einen stark getreidigen Duft mit ordentlichen Noten von Gras und Heu dahinter. Der Antrunk liefert nur einen geringen Malzschwall, dafür aber eine sofort einsetzende, ordentlichen Portion Hopfenbittere – mehr als bei den meisten Pilsenern. Im grasig-schlanken Körper kommen die hochvergorenen Malzaromen kaum gegen die Hopfenbittere an, die sich kräutrig-grasig am Gaumen anschmiegt. Im Abgang hallt der verwendete Zitrus-Aromahopfen kräftig und bitter nach, mit fast einem kühlen, Mentholartigem Grasaroma – und bleibt auch länger auf Zunge und Gaumen haften.
Die Gundel Sommerliebe der Brauerei Gundel präsentiert sich als stark auf der Hopfenseite eingebrautes Bier, das gerade im Sommer kühl-erfrischend wirkt.
Ein weiteres tolles Gebräu dieser kleinen mittelfränkischen Familienbrauerei, von der ich nurmehr auch bereits elf verschiedene Sude verkostet habe…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Gundel