
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
nach dem kürzlich verkosteten Gutmann Untergärig gibt’s heute das zweite untergärige Gebräu dieser eigentlich auf obergärige Biere spezialisierten Brauerei: Die Rede ist vom Gutmann Spezial der Brauerei Gutmann aus Titting im nordwestlichen Teil des oberbayrischen Landkreises Eichstätt. Eigentlich vertreibt die Brauerei ihr Gutmann Untergärig und Gutmann Spezial „ausschließlich in einem sehr kleinen Radius rund um die Brauerei“, erklärt man dazu auf der Brauerei-Webseite. Ich verdanke es dem Mitbringsel meines guten fränkischen Kumpels von vor Ort.
Im Willibecher kleidet sich das Gutmann Spezial der Brauerei Gutmann in einem filtrierten und sehr ansehnlichen Dunkel-Goldgelb; obendrauf sitzt eine mittelstabile und mittelporige Schaumkrone, Zahlreiche aufsteigende Kohlensäureperlen künden von ordentlicher Rezenz dieses mit 5,4 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Exports. Was die Gutmänner wohl bei diesem Gebräu geliefert haben?
Die Nase wittert zunächst einen brotig-malzigen Geruch mit leichter Zitrus- und Honignote dahinter. Der Antrunk beschert den Geschmacksknospen ein kräftig-rezentes Mundgefühl mit zunächst kaum Süße und ordentlichem Malzgeschmack. Im getreidigen Körper machen die Malzaromen von Weißbrot und Biskuit mit einem Mal Platz für eine mittlere Honigsüße, die sich angenehm und weich im Mundraum ausbreitet. Im Abgang abgerundet von leichter und eher floraler Hopfenbittere.
Das Gutmann Spezial der Brauerei Gutmann präsentiert sich als sehr süffiges und malzbetontes Export, das sich vor anderen Untergärigen nicht verstecken muss.
Das Gebräu aus dem bis 1972 zum damaligen mittelfränkischen Landkreis Hilpoltstein gehörenden Titting erinnert mich in Sachen Rezenz und Malznote an das Faust Sommerfestbier, das übrigens genauso viel Alkohol aufweist…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Gutmann