#470: Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa der Braumanufaktur Hertl aus Thüngfeld in Oberfranken

Bierprobe Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa der Braumanufaktur Hertl von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

erstmals seit Juli 2023 gibt’s in der heutigen Bierprobe bei mir auf dem Balkon im Kölner Süden wieder ein Gebräu jener Braustätte: Und zwar den Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa der Braumanufaktur Hertl aus Thüngfeld, einem Ortsteil der Gemeinde Schlüsselfeld im südwestlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Bamberg. Im Juli 2023 hatte ich hier das Kellerbier von Brauereichef & Enfrant Terrible der fränkischen Bierszene David Hertl verkostet.

Das wie alle anderen Mitglieder von Hertls Sammlung bieriger Familienmitglieder comichaft gehaltene Etikett zeigt laut Infos auf der Rückseite Herttel Pyrprew, der im Jahr 1425 als Brauer in Nürnberg lebte – angeblich die älteste bekannte Darstellung eines Brauers an einem Braukessel, der mit einem Maischepaddel seinen Sud rührt. In Erinnerung an seinen vermeintlichen Vorfahren hat David Hertl dieses Märzen als echtes Brotbier gebraut.

Im Glas steht der Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa der Braumanufaktur Hertl in einem sehr ansehnlichen, unfiltrierten Dunkel-Bernstein. Auf dem mit Märzen-typischen 5,4 Volumenprozent eingebrauten Sud thront eine stabile, feinporige Schaumkrone, die Rezenz wirkt niedrig. Jetzt bin ich schon sehr gespannt, wie dieses Brotbier riecht und schmeckt.

Die Nase erschnuppert jedenfalls einen kräftigen Duft nach Roggenkruste und Graubrot mit einer leicht säuerlichen Note dahinter. Der Antrunk liefert keine Malzsüße, sondern eine direkt einsetzende, mittelkräftige Hopfenbittere über diversen Brot- und Röstmalznoten. Im leicht-säuerlichen Körper treffen ebenjene Brot- und Röstmalznoten, darunter vor allem kräftige Nussaromen, aufeinander, bis auf einmal eine leicht harzige Honigsüße dazwischen hervorschimmert. Im Abgang hallt der Hopfen nach, aber auch die Röstmalzaromen bleiben noch länger auf Zunge und Gaumen haften.

Der Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa der Braumanufaktur Hertl präsentiert sich als ungewöhnliches, aber leckeres Brotmärzen.

Allzu viel kann man von diesem aufgrund des vergorenen Brotes im Wortsinne „nahrhaften Bier“ – oder noch passender „flüssigem Brot“ – aber nicht trinken, es passt aber gut in die gerade laufende Fastenzeit…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Braumanufaktur Hertl

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