
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
vor fast genau einem Jahr gab’s hier die Erstaufgabe dieses Collaboration-Sudes, heute folgt im wahrsten Wortsinne der zweite Aufguss: Die Rede ist vom Duschbier 2.0 der Brauereien Hertl und Zwanzger, wie auf dem vorderen Flaschenetikett rechts in einem roten Farbklecks ganz rechts angegeben. Es handelt sich hierbei also um ein neuerliches Gemeinschaftswerk der im oberfränkischen Thüngfeld bei Schlüsseldeld gelegenen Braumanufactur Hertl sowie der im mittelfränkischen Uehlfeld ansässigen Handwerksbrauerei Zwanzger. Während die 2025er Ausgabe bei letzterem gebraut wurde, ist man in diesem Jahr für den Brauprozess zu ersterer gewechselt.
Immerhin habe ich mir seit der Vorjahrs-Verkostung einen schönen Zwanzger-Glaskrug besorgt, in dem sich das Duschbier 2.0 der Brauereien Hertl und Zwanzger in einem unfiltrierten Dunkel-Goldgelb zeigt; die Erstauflage changierte hier etwas stärker in Richtung Orange. Die Optik wird unterstrichen durch eine sehr stabile feinporige Schaumkrone, die das Einschenken echt erschwert hat. Die Rezenz sieht in dem wie naturtrüben und wie im Vorjahr mit 4,9 Volumenprozent ausgestatteten Sud dank zahlreicher aufsteigender Kohlensäurebläschen sehr hoch aus. Nun bin ich gespannt auf die geschmacklichen Unterschiede der beiden Sude.
Doch zunächst die Nase über das Duschbier 2.0 der Brauereien Hertl und Zwanzger geschoben, die alsbald ein ziemlich fruchtiger Duft nach Maracuja und Mirabelle mit etwas Getreide dahinter umweht. Der Antrunk beschert Zunge und Gaumen eine direkt einsetzende und fast Craftbier-artige Hopfigkeit von ebenjenen gerade bereits gerochenen Maracuja- und Mirabellenaromen, die dem Trunk zugegebenermaßen in Verbindung mit der ebenfalls sehr früh einsetzenden Bittere tatsächlich eine erfrischende Note vermitteln. Im fruchtig.getreidigen Körper differenzieren sich die Fruchtnoten weiter aus, stets unterlegt von einer leckeren und durchaus kräftigen Hopfennote – all das wie schon beim Antrunk ohne Malzsüße. Im Abgang hallt der Hopfen vernehmbar nach und bleibt länger auf Zunge und Gaumen haften.
Das Duschbier 2.0 der Brauereien Hertl und Zwanzger zeigt sich als leckeres, aber auch – zumindest mir – fast zu modernes Craft-Lager.
Einen weiteren Unterschied beschreibt das rückseitige Flaschenetikett: Zwar war auch das letztjährige Duschbier ein „hopfengestopftes Grünhopfenlager“. Die Stopfung erfolgte hier mit der Hopfensorte Mandarina Bavaria, die – siehe etwa das GreenMONKey Mandarina der Klosterbrauerei Weißenohe – für die Maracuja- und Mirabellennoten sorgen. Und als zugrundeliegender Grünhopfen kam dieses Mal erntefrischen Herkules-Hopfen zum Einsatz statt Galaxy. Diese im Jahr 2006 eingeführte Hopfensorte sorgt für eine kräftige, grün-grasig-kräutrige Hopfenbittere, genau das also, was man im Abgang schmeckt…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Mehr Informationen: Brauerei & Gasthof Zwanzger | Braumanufaktur Hertl