
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
als dritter Vertreter dieser neu aufgelegten Bier-Traditionsserie hat sich heute das Graser Fränkisches Pils der Brauerei Heller bei mir eingefunden. Wie beim Hellen Lagerbier beschrieben, handelt es sich um Sude basierend auf handschriftlich überlieferten Rezepten von Konrad Graser, dem Ur-Ur-Ur-Großvater von Hellerbräu-Chef Matthias Trum. Im Gegensatz zu den Schlenkerla-Rauchbieren aus demselben Haus wurden die Graser-Biere ohne Rauchmalz eingebraut.
In den passenden Willibecher ergießt sich das Graser Fränkisches Pils der Brauerei Heller als filtrierter, goldgelber Sud mit 5,1 Volumenprozent Alkohol. Das Gebräu ziert eine stabile, mittelporige Schaumkrone obendrauf; die wenigen aufsteigenden Kohlensäureperlen künden von niedriger Rezenz. Das macht einen sehr sortentypischen und gleichwohl vielversprechenden Eindruck, der die Vorfreude steigen lässt.
Das gilt nicht nur für die Optik, denn die Nase umweht bald nach dem Eingießen ein deutlich vernehmbarer Hopfengeruch nach Gras und Heu mit einer leichten Malznote dahinter. Der Antrunk startet bereits mit einer mittleren bis kräftigen Hopfenbittere, die trocken in einen schlanken Körper übergeht. In jenem lässt der wirklich kräftige Hopfenflor noch ganz minimal einige Malznoten hindurch, aber auch das ohne irgendeine Süße. Im Abgang hallt der Hopfen vernehmbar und fast mentholartig nach und bleibt länger auf Zunge und Gaumen haften.
Das Graser Fränkisches Pils der Brauerei Heller erweist sich als kräftiges und urtümliches Pilsener, das mir ausnehmend gut mundet.
Die Besonderheit hier ist laut rückseitigem Flaschenetikett das Anrösten des Hopfens in der Sudpfanne, wodurch er ein eigenes, intensives Aroma entfaltet – das passt…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Konrad Graser.de