Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute gibt’s den zweiten Gerstensaft vom Ostrand des Spessarts nach dem tollen Export Dunkel zur Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden: Die Rede ist vom Skt. Martinus Helles von Martinsbräu aus Marktheidenfeld im südlichen Teil des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart gelegen.
Im Willibecher zeigt sich das Skt. Martinus Helles von Martinsbräu zunächst in einem filtrierten, geradezu strahlenden Goldgelb. Die Schaumkrone obendrauf erweist sich als mittelstabil und feinporig; unterstützt wird sie zudem durch zahlreiche aufsteigende Bläschen, was von ordentlicher Rezenz des mit 4,7 Volumenprozent Alkohol ausgestatteten Sudes. So weit, so unauffällig.
Die Nase wittert bald nach dem Einschenken einen ordentlichen Duft nach Malz, Biskuit und etwas Zitrusnoten dahinter. Der Antrunk liefert leicht süßliche Malznoten und eine leichte Treberpfeffrigkeit. Im getreidigen Körper zeigen sich dann die Malz- und Trebernoten noch etwas deutlicher, was insgesamt einen recht kernigen Köper ergibt, der im Abgang dann von einer nur leichten und eher floralen Hopfenbittere abgebunden wird.
Das Skt. Martinus Helles von Martinsbräu präsentiert sich dank Trebernoten kerniger als durchschnittliche helle Lager – bei guter Trinkbarkeit.
Der Betrieb ist übrigens der jüngste von einstmals drei Brauereien im Ort; im Jahr 1939 kaufte die Martinsbräu die Rivalin Bürgerbräu; noch heute befindet sich das Bräustüberl der Martinsbräu dort. Im Jahr 1912 lag der Jahresausstoß der Brauerei mit 15 Mitarbeitern bei 12.000 Hektolitern. Heute dürfte er mit insgesamt 15 verschiedenen Bierspezialitäten – davon manche wie Bock- und Festbiere nur saisonal angeboten – locker das Doppelte betragen, mindestens. Über Details schweigt sich Bauereichefin Maria Martin allerdings aus…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Martinsbräu Marktheidenfeld