
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
die traditionelle Karpfenzeit in Franken läuft ja schon wieder seit fast zwei Monaten: Passend dazu kredenze ich heute eine Karpfen Weisse der Brauerei Zum Löwenbräu aus Neuhaus an der Aisch zu verkosten, einem Ortsteil der Gemeinde Adelsdorf im nördlichen Teil des mittelfränkischen Landkreises Erlangen-Höchstadt. Ähnlich wie im Rheinland für Muscheln gilt im Aischgrund die „R-Monate-Regel“ für die Fischspezialität, sprich: Die Saison läuft von September bis April.
Im Weißbierkelch steht die Karpfen Weisse der Brauerei Zum Löwenbräu optisch geradezu herausragend in einem filtrierten Bernstein, also wie auch auf dem Etikett angekündigt. Den Auftritt unterstreicht auch die – für ein Weißbier – recht stabile und feinporige Schaumkrone. Der trübe Sud lässt zumindest einige aufsteigende Bläschen erkennen, was auf eine Hefe-typisch mittlere Rezenz dieses mit 5,3 Volumenprozent Alkohol ausgestatteten Sudes hindeutet. Können Geruch und Geschmack hier mithalten?
Die Nase umweht bald nach dem Eingießen ein Duft nach Hefe und Banane mit leichten Würznoten dahinter. Der Antrunk beschert Zunge und Gaumen einen kernigen Hefe- und Malzschwall mit eher nur leichten Bananenaromen. Im hefig-säuerlichen Körper zeigen sich vor allem würzige, aber nicht zu kräftige Malzaromen von Nelke und Muskat, unterlegt von einigen Fruchtaromen in Richtung Zitrus und Beeren. Im Abgang rundet eine leichte und eher florale Hopfennote dieses schon optisch sehr schöne Gebräu ab.
Die Karpfen Weisse der Brauerei Zum Löwenbräu präsentiert sich als elegant schmeckendes Weizen, in dem keines der Aromen allzu dominant ist und alles gut harmoniert – top!
Auch das inzwischen elfte Gebräu dieser Braustätte aus Neuhaus/Aisch erweist sich also als tolles Bier. Ich werde sie demnächst wohl noch mal neu verkosten müssen, da die verschiedenen Sude inzwischen mit neuen Flaschenlabels auf den Markt kommen…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Zum Löwenbräu