#169: Das Kehlengold Kellerpils der Brauerei Schanzenbräu aus Nürnberg in Mittelfranken

Bierprobe Kehlengold Kellerpils der Brauerei Schanzenbräu von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

heute gibt es bei mir in der Bierprobe mal wieder einen fränkischen Vertreter des ursprünglich böhmischen Braustils: Das Kehlengold Kellerpils der Brauerei Schanzenbräu aus Nürnberg in Mittelfranken – das damit übrigens das erste Nicht-Großbrauerei-Bier aus der fränkischen Hauptstadt überhaupt markiert, das ich verkoste.

Im Glaskrug zeigt sich das Kehlengold Kellerpils der Brauerei Schanzenbräu in einem unfiltrierten Dunkel-Goldgelb, geziert von einer stabilen, feinporigen Schaumkrone obendrauf. Hier lässt der trübe Sud gleichwohl eine gar nicht so kleine Zahl aufsteigender Kohlensäurebläschen erkennen, was auf recht hohe Rezenz hindeutet. Pils-typisch sind hier zudem 4,9 Volumenprozent Alkohol mit an Bord. Das macht doch schon mal Lust auf mehr.

Die Nase über dem Trunk erschnuppert zunächst einen brotig-malzigen Duft nach Biskuit mit vernehmbaren Gras- und Heunoten dahinter. Der Antrunk schwappt mit leichten Malzaromen, aber auch einer sehr frühen sowie kräftigen, also pilstypischen Hopfenbittere über die Geschmacksknopsen; irgendeine Süße sucht man hier vergeblich. Im grasig-schlanken Körper treffen Malzaromen von Getreide auf Hopfennoten von Gras und Heu, bis im Abgang der Hopfen noch einmal aufdreht und bitter auf Zunge und Gaumen haften bleibt.

Das Kehlengold Kellerpils der Brauerei Schanzenbräu präsentiert sich im Vergleich zu seinen oft eindimensionalen norddeutschen Pendants deutlich komplexer und zugleich trinkbarer.

Schanzenbräu ist noch eine relativ junge Brauerei: Gründer und Geschäftsführer Stefan Stretz braute im Jahr 2004 in einer Hinterhofwerkstatt in der Nürnberger Bärenschanzstraße; 2007 kamen ein Helles und ein Rotbier auf den Markt. Bis Ende 2015 ließ Stretz seine Biere bei der Brauerei Sauer in Roßdorf am Forst brauen, einer kleinen Brauerei in der Nähe von Bamberg. Seit 2016 betreibt er sein eigenes, hochmodernes Brauhaus in Nürnberg-Höfen auf 3500 Quadratmetern und allerlei Hightech zur Überwachung des Brauprozesses.

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Brauerei Schanzenbräu

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