#496: Das Zwickl der Brauerei Reichold aus Hochstahl in der Fränkischen Schweiz

Bierprobe Zwickl der Brauerei Reichold von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

endlich – beinahe ein Jahr nach der Verkostung eines meiner absoluten fränkischen Lieblings-Lagers habe ich mal wieder ein Gebräu jener Braustätte ergattern können: Gemeint ist das Zwickl der Brauerei Reichold aus Hochstahl, einem Ortsteil der Gemeinde Aufseß im westlichen Teil des Landkreises Bayreuth. Es handelt sich hierbei immerhin um das dritte Gebräu nach Lager und Dunkel aus Hochstahl, wohin ich auch schon mal gewandert bin.

Wo steht noch gleich der Reichold-Willibecher? In jenem präsentiert sich das Zwickl der Brauerei Reichold in einem unfiltrierten und geradezu leuchtenden bernsteinfarbenen Gewand; gekrönt von einer mittelstabilen, feinporigen Schaumkrone obendrauf. Zahlreicher als gedacht aufsteigende Kohlensäurebläschen verraten dann eine ordentliche Rezenz dieses mit 5,2 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Sudes. Der tolle optische Gesamteindruck lässt die Vorfreude auf olfaktorische und gustatorische Genüsse weiter steigen.

Also die Nase über das Gebräu geschoben, die so einen kräftigen Duft nach Röstmalz, Rosinen und Maische wahrnimmt – das ist ungewöhnlich und macht erst recht Lust auf den Antrunk. Dieser befördert erst einmal eine fast Dunkel-typische Röstmalzwelle – um nicht zu sagen Schwall – über Zunge und Gaumen, es schmeckt nach Nüssen und Toffee, und im Hintergrund dräut schon früh und unerwartet eine mittlere Hopfenbittere. Auch das ist überraschend und sehr lecker.

Im wenig-säuerlichen Körper treffen die Röstmalznoten auf etwas Getreide und wetteifern ansonsten mit dem Hopfen um die Vorherrschaft. Im Abgang hallt die bereits vorhandene Hopfenbittere schön und anhaltend nach. All das kommt übrigens ohne irgendeine süßliche Note daher, zudem gibt es auch Dunkel- oder sogar Bockbier-typische Beeren-/Rumtopfaromen, nicht dominant, aber Anklänge davon

Das Zwickl der Brauerei Reichold erweist sich als kerniges und sehr eigenständiges fränkisches Kellerbier mit tollem Malzpotpourri.

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Brauerei Reichold

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