#511: Das Aecht Schlenkerla Weichsel der Brauerei Heller aus Bamberg in Oberfranken

Bierprobe Aecht Schlenkerla Weichsel der Brauerei Heller von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

heute möchte ich einen weiteren Rauchbierklassiker verkosten: Und zwar das Aecht Schlenkerla Weichsel der Brauerei Heller aus dem oberfränkischen Bamberg. Der kürzlich vorgestellte Doppelbock wird mit speziellem Rauchmalz eingebraut, das zuvor über Eichen- statt Buchenrauch getrocknet wurde. Und auch bei diesem Rotbier verwendet die Brauerei ein besonderes Verfahren: Hier wird das Rauchmalz über Kirschholzfeuer gedarrt, was dem Gebräu laut rückseitigem Flaschenetikett ein „fruchtiges, fast süßlichen Raucharoma“ verleihen soll.

Mit entsprechender Vorfreude gieße ich also das Aecht Schlenkerla Weichsel der Brauerei Heller in den zugehörigen Willibecher, in dem sich das Gebräu in einem ansehnlichen Kupfer zeigt. Zur optischen Abrundung thront auf dem filtrierten, mit 4,6 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Sud eine mittelstabile und eher grobporige Schaumkrone. Da man erkennt kaum aufsteigende Bläschen erkennt, schließe ich auf eine eher niedrige Rezenz. All das ist erst einmal sehr Rotbier-typisch.

Und so geht es auch bei Geruch und Geschmack weiter. Denn die Nase wittert einen sehr angenehmen und dezenten Duft nach leichtem Rauch mit röstmalzigen Noten von Rosinen und roten Beerenfrüchten dahinter. Der erste Schluck beschert den Geschmacksknospen schließlich eine ganz leichte, fruchtige Malzsüße und eine ebenfalls leichte Rauchnote, zudem gibt’s ausgangs des Antrunks schon eine früh einsetzende, mittelkräftige Hopfenbittere. Im leicht säuerlichen Körper halten sich die Rauchmalz- und Hopfennoten gegenseitig ganz schön in Schach, dazwischen gibt’s vor allem röstmalzige Beerenaromen, wobei hier rote Johannisbeere und – wie versprochen – Kirsche dominieren. Im Abgang hallt die Hopfenbittere vernehmbar nach und bleibt auf Zunge und Gaumen haften – die Bittere wohlgemerkt, nicht der Rauch.

Das Aecht Schlenkerla Weichsel der Brauerei Heller präsentiert sich als Einsteiger-geeignetes und gleichwohl komplexes Rauchbier – herausragend.

In Bayern, Österreich und der Schweiz wird der Begriff „Weichsel“ übrigens als Synonym verwendet für die Sauerkirsche – eine passende Namensgebung also.

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Hellerbräu Bamberg

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