
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
zum heutigen Tag des deutschen Bieres am 23. April möchte ich heute einen würdigen Klassiker aus dem Bamberger Umland präsentieren: Und zwar das Kellerbier der Brauerei Griess aus Geisfeld, ein Ortsteil der Gemeinde Strullendorf im südöstlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Bamberg. Dieses Gebräu verdanke ich einem guten rheinischen Bekannten, der oft in Franken vor Ort ist und dort seltene Sude sucht – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal dafür. Erst Ende März hatte ich zudem das Starkbier jener Braustätte verkostet.
Also einen Willibecher aus dem Regal gezaubert, in den sich das Kellerbier der Brauerei Griess unfiltriert und in einem zwischen dunkel-honiggelb und Hell-Bernstein changierenden Farbton ergießt. Obendrauf sitzt eine mittelstabile, feinporige Schaumkrone; diese treiben die selbst in diesem naturtrüben Sud erkennbaren, zahlreichen aufsteigenden Kohlensäurebläschen von unten zusätzlich an, was von hoher Rezenz kündet. Auch die 5,2 Volumenprozent Alkohol sind sehr typisch für ein fränkisches Zwickel. Trifft das ebenfalls auf Geruch und Geschmack zu?
Um das herauszufinden, schiebe ich die Nase über das Gebräu, die hier einen fruchtig-hefigen Geruch mit Noten von Orange dahinter wahrnimmt. Der Antrunk zeigt sich leicht-säuerlich mit ordentlichen Hellmalznoten sowie einer alsbald einsetzenden, mittleren Hopfenbittere. Im hefig-säuerlichen Körper treffen dann leichte Fruchtaromen von Zitrus und Orange auf die Hopfenbittere – und machen mit einem Mal Platz für eine leichte, gleichwohl vernehmbare Honignote, die mit einer niedrigen Süße aus dem Malz- und Hopfenflor hervorblitzt. Im Abgang hallen die Hopfenaromen eher floral nach und bleibt samt Fruchtnoten ein wenig auf Zunge und Gaumen haften.
Das Kellerbier der Brauerei Griess erweist sich als ziemlich typisches und urtümliches fränkisches Zwickel, das mit gut gefällt.
Auffällig ist zudem noch die sehr hohe Rezenz dieses Trunks, den man vermutlich am besten vor Ort auf dem Griess Keller genießen sollte…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Griess