
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
auch wenn Name und Etikett eher zur vorweihnachtszeitlichen Bockbierzeit passen, eignet sich dieses Gebräu gut als fastenzeitliches Starkbier: Gemeint ist der Martini Bock der Brauerei Pröls aus Weißenburg, Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Dieser Doppelbock markiert immerhin bereits das dritte Gebräu aus jener jungen mittelfränkischen Braustätte nach Kirchweihbier und Weizenbock.
Selbst im neutralen Willibecher macht der Martini Bock der Brauerei Pröls optisch eine herausragende Figur: Unfiltrierter Sud mit einem ansprechenden, zwischen Dunkel-Bernstein und Kupfer changierenden Farbton; satte 8,0 Volumenprozent Alkohol; gekrönt von einer sehr stabilen, feinporigen und dabei cremefarbenen Schaumkrone, die zudem von feinperliger Kohlensäure gespeist wird, wie der Sud trotz seiner Naturtrübe offenbart. Ob das Gebräu seine optischen Versprechen auch geschmacklich einlösen kann?
Doch erst zur Geruchsprobe, bei der die Nase einen brotig-malzigen Duft nach Röstmalz, leicht säuerlicher Maische und Nuancen von roten Beerenfrüchten wahrnimmt. Der Antrunk liefert den Geschmacksknospen dann einen Bockbier-typischen Schwall von Röstmalzaromen ohne irgendeine Süße, dafür eine sehr früh einsetzende und durchaus kräftige Hopfenbittere. Im leicht säuerlichen Körper ringen Röstmalzaromen von Lakritz, Roggenbrot und roten Beerenfrüchten sowie die Hopfenbittere um Dominanz; dann und wann blitzt kurz vor dem Abgang noch etwas harzige Honigsüße hindurch, bevor der Hopfen dann nachhallt und zudem länger auf Zunge und Gaumen haften bleibt.
Der Martini Bock der Brauerei Pröls erweist sich als voluminöser Bock, der aber aufgrund der starken Hopfung nicht ins Rumtopfige abdriftet – gefällt mir sehr gut.
Da die Fastenzeit ja noch weiterläuft, folgen in den kommenden Tagen noch ein paar weitere „flüssige Brote“ – denn in die Zeit nach Ostern passen diese schlicht nicht mehr…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Pröls