#451: Das Bauernseidla von Landwehr Bräu aus Reicheshofen in Mittelfranken

Bierprobe Bauernseidla von Landwehr Bräu von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

in der heutigen Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden gibt’s nach dem Ende November verkosteten Hellen den nächsten Vertreter jener Braustätte: Und zwar das Bauernseidla von Landwehr Bräu aus Reichelshofen, einem Ortsteil der Gemeinde Steinsfeld im nordwestlichen Teil des mittelfränkischen Landkreises Ansbach.

Im Willibecher steht das Bauernseidla von Landwehr Bräu in einem filtrierten, Dunkel-Honiggelb geradezu wie das Werbebild eines hellen Lagers. Unterstrichen wird der Eindruck von einer mittelstabilen, feinporigen Schaumkrone. Eine ordentliche Zahl von aufsteigenden Kohlensäurebläschen in dem mit 4,9 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Sud kündet von einer mittleren Rezenz.

Mit entsprechender Vorfreude schiebe ich die Nase über das Gebräu und erschnuppere dabei einen Duft von Weißbrot, Getreide und Maische – aber ohne die sonst bei hellen Lagern in der Regel vorherrschenden Honig- oder Zitrusnoten. Auch der Antrunk liefert eher eine treberige Pfeffrigkeit ohne große Süße, minimal aber mit ganz leichter Honignote dahinter. Im kräutrig-schlanken Körper treffen vor allem Getreide- und Maischaromen aufeinander, es gibt aber auch eine kräutrig-grasig Komponente. Und auch hier schimmert keinerlei Honigsüße durch, was auch mal schön ist. Im Abgang übernimmt dann eine mittlere Hopfenbittere, die nicht sehr kräftig, sondern eher floral daherkommt – aber sie ist schon im Körper vernehmbar.

Das Bauernseidla von Landwehr Bräu präsentiert sich als süffiges und zugleich kerniges fränkisches Helles – deutlich anders als das typische oberbayerischen Modegetränk.

Dieses Bier stellt insofern eine Besonderheit dar, weil die Brauerei die Braugerste von ihrer lokalen Erzeugergemeinschaft bezieht und beim Brauen ausschließlich auf fränkischem Hopfen zurückgreift. Ein Bier aus regionalen Rohstoffen also, das auch wie eine Art Erntebier schmeckt…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Landwehr-Bräu

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