
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
nach hellem und dunklen Pilgerstoff gibt’s in der heutigen Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden einen Gerstensaft direkt unter der alten Brauereimarke: Und zwar ein Helles von Will-Bräu aus Motten im nordwestlichen Teil des unterfränkischen Landkreises Bad Kissingen gelegen, der westlich von Motten bereits an Hessen grenzt. Ist das Gebräu ähnlich eigenständig wie die Pilgerbiere?
Im Brauerei-Glaskrugt zeigt sich’s Helles von Will-Bräu in einem filtrierten, geradezu strahlenden Hellgelb. Obendrauf sitzt eine erstaunlich stabile, feinporige Schaumkrone, die von unten von einer guten Zahl aufsteigender Bläschen unterstützt wird, was auf eine mittlere Rezenz hindeutet. Zudem verfügt der Sud über 4,9 Volumenprozent Alkohol. So weit, so typisch für ein helles Lager – lauern hier noch irgendwo Überraschungen?
Die Nase wittert erst einmal einen leichten, hellmalzigen Duft nach Biskuit und etwas Zitrusnoten dahinter. Der Antrunk liefert einen mittelkräftigen Malzschwall ohne große Süße; im getreidig-schlanken Körper differenzieren sich die Malzaromen aus in Richtung Weißbrot und Biskuit, dann und wann schimmert hier jetzt auch eine leichte Honigsüße hindurch. Im Abgang zeigt sich eine leichte und vor allem florale Hopfennote.
Das Helles von Will-Bräu erweist sich als mildes, gut laufendes Helles, das zwar ohne größere Ecken und Kanten, aber auch nicht zu süß daher kommt.
Die Brauerei Will-Bräu existiert seit dem Jahre 1791: Damals kaufte Johann Georg Will die Brauerei samt Wirtshaus in Motten aus dem Besitz des Fuldaer Hochstifts; gegründet hatten die Fuldaer Fürstbischöfe die eigene Brauerei in der Gemeinde bereits vor über 500 Jahren. Im Jahr 1987 wiederum übernahm das Hochstiftliche Brauhaus Fulda die Will-Bräu, die seit 1994 offziell als Hochstiftliches Brauhaus in Bayern firmiert – vor allem wegen der gemeinsamen hochstiftlichen Wurzeln der beider Brauereien.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Will-Bräu