
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
gut zu meiner aktuellen Verkostungsreihe von rauchigen Starkbieren passt auch dieser Spezialsud: Denn der Smoky George der Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf ganz im Westen des oberfränkischen Landkreises Forchheim kommt immerhin mit stolzen 7,0 Volumenprozent Alkohol daher – und ist laut vorderseitigem Flaschenetikett „nichts für Leute, die Whisky für eine Hunderasse halten“.
Dann sollte er mir ja eigentlich sehr munden. Also flugs die 0,33-Liter-Flasche in einen kleinen Willibecher befördert, in dem sich der Smoky George der Brauerei Rittmayer unfiltriert und in einem schönen, dunkel-bernsteinfarbenen Gewand kleidet. Das Gebräu ziert eine stabile, feinporige Schaumkrone; der naturtrübe Süd lässt in Ermangelung zahlreicher Kohlensäurebläschen nur eine niedrige Rezenz erahnen. Handelt es sich hier um ein ähnlich edles Gebräu wie der kürzlich verkostete Rittmayer-Aisch-Büffel?
Tatsächlich nehmen die Geruchsknospen bald nach dem Eingießen einen sehr kräftigen Schinkengeruch wahr, der mich ad-hoc an einen schottischen Laphroig erinnert – insofern stimmt die Ansage auf der Flasche schon mal. Im Antrunk tritt der Schinken ganz leicht zurück und macht neben dem Rauch auch leichten anderen Malzaromen Platz. Süße gibt es hier nur wenig und wie bei einem Whisky eher im Hintergrund, aber auch keine Säure oder Fruchtnoten. Im weiterhin rauchigen Körper ragt dann doch eine minimale Honigsüße durch die Rauchdecke hindurch, was einen passenden Kontrast ergibt. Auch im Abgang überstrahlt die Rauchnote nicht alles, wobei eine nur leichte und eher florale Hopfenbittere das Gebräu abbindet.
Der Smoky George der Brauerei Rittmayer präsentiert sich als Bockbier-starkes Rauchbier mit tatsächlich Whisky-ähnlichem Geschmackspotpourri.
Die Brauerei Rittmayer hat dieses Gebräu gemeinsam mit dem Nürnberger Whiskeyclub entwickelt. Für den Sud wird spezielles schottisches Malz verwendet, das über Torfrauch getrocknet wurde – kein Wunder also, dass mich der Smoky George an einen Laphroig erinnerte, der mit ähnlich behandeltem Gerstenmalz destilliert wird.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Rittmayer Hallerndorf