
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
und noch eine Brauereipremiere in meiner Verkostungsreihe fränkischer Starkbiere: Und zwar mit dem Bock der Brauerei Grosch aus Rödental im oberfränkischen Landkreis Coburg rund sieben Kilometer nordöstlich der gleichnamigen kreisfreien Stadt gelegen. Das Gebräu verdanke ich – samt weiteren Suden demselben Braustätte – einem guten fränkischen Kumpel; vielen Dank an dieser Stelle dafür noch mal.
Unfiltriert und in einem pittoresken Bernstein gewandet, präsentiert sich der Bock der Brauerei Grosch schon mal sehr standesgemäß für ein dunkles Starkbier, das mit 7,0 Volumenprozent Alkohol eingebraut wurde. Obendrauf sitzt eine stabile, feinporige Schaumkrone, die zudem durch zahlreich aufsteigenden Kohlensäurebläschen von unten gestützt wird; letzteres deutet auf eine mindestens mittlere Rezenz. Was vermag dieses Gebräu geruch- und geschmacklich zu liefern?
Die Nase erschnuppert jedenfalls alsbald nach dem Eingießen einen kräftigen röstmalzigen Duft nach Karamell, Toffee und Lakritz mit leichter Honignote dahinter. Es folgt ein malzsüßlicher Antrunk mit kräftigem Karamell- und Rumtopfaroma sowie Noten von Beeren und Marzipan. Im leicht säuerlichen Körper entfalten sich die Röstmalznoten weiter, inklusive der weiterhin vernehmbaren Karamellnote sowie einem Einschlag von süßlichem Lakritz; im Abgang rundet eine nur recht niedrige Hopfenbittere den Trunk ab.
So zeigt sich der Bock der Brauerei Grosch als leckeres dunkles Starkbier auf der malzigen Seite, das bei diesem Alkoholgehalt gefährlich süffig ist.
Ähnlich wie die kürzlich ebenfalls erstmals vorgestellte oberfränkische Brauerei Först hat auch „der Grosch“, wie die Brauerei im Coburger Land bloß kurz genannt wird, im vergangenen Jahr ein Jubiläum begangen: Der zugehörige Brauerei-Gasthof wird erstmals im Jahr 1425 erwähnt, daher ist der Betrieb inzwischen 600 Jahre alt. Das Braurecht stammt freilich „erst“ aus dem Jahr 1492…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Der Grosch – die Brauerei