
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
das nächste Starkbier in meiner kleinen Verkostungsreihe ist ein zur aktuellen Wetterlage sehr passendes jahreszeitliches Gebräu aus dem südlichen Mittelfranken: Denn heute hat sich der Fürst Carl Winterbock der Schlossbrauerei Ellingen aus Ellingen im zentralen Teil des mittelfränkischen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen zur Bierprobe bei mir eingefunden. Im Gegensatz zu den sonstigen Bieren jener Brauerei wird dieses Bockbier in der kleineren 0,33-Liter-Flasche abgefüllt und ausgeliefert.
Im kleinen Willibecher steht der Fürst Carl Winterbock der Schlossbrauerei Ellingen unfiltriert und in einem leuchten Farbton irgendwo zwischen Dunkel-Bernstein und Kupfer vor mir. Die stabile, feinporige Schaumkrone obendrauf ergänzt die stimmige Optik. Der mit kräftigen 7,5 Volumenprozent Alkohol eingebraute Sud kommt augenscheinlich mit eher niedriger Rezenz daher – zumindest was der naturtrübe Sud erkennen lässt. Das macht auf alle Fälle Lust aufs Anschnuppern und Antrinken.
Für ersteres muss man sich nicht man sonderlich anstrengen, denn der Trunk verströmt einen recht intensiven Duft nach Röstmalz und dunkler Schololade mit ganz leichter Lakritznote dahinter. Der Antrunk liefert zunächst einen süßlichen Malzschwall und eine Art Rumtopfgeschmack, aber auch ein paar Beerenfruchtnoten. Im wenig säuerlichen Körper wetteifern die malzigen und fruchtigen Röstmalznoten miteinander, es gibt leichte Lakritzaromen und etwas dunkle Schokolade, aber auch eine harzige Waldhonignote. Im Abgang rundet eine mittlere und dabei eher florale Hopfennote den Trunk schön ab.
Der Fürst Carl Winterbock der Schlossbrauerei Ellingen erweist sich trotz stolzem Alkoholgehalt als maximal süffig und minimal mastig – echt top!
Vor diesem Hintergrund ist die kleinere Flaschengröße vielleicht doch ganz sinnvoll…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Fürst Carl Schlossbrauerei Ellingen