#456: Das Gundel Weihnachtsbier der Brauerei Gundel aus Barthelmesaurach in Mittelfranken

Bierprobe Gundel Weihnachtsbier der Brauerei Gundel von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

ein guter fränkischer Kumpel hat mir wieder anderthalb Kästen seltene Sude von vor Ort mitgebracht. Daher verfüge ich jetzt noch über ein paar neue jahreszeitliche Fest- und Starkbiere, die ich die nächsten Tage verkosten möchte. Los geht’s heute mit dem Gundel Weihnachtsbier der Brauerei Gundel aus Barthelmesaurach, einem Ortsteil der Gemeinde Kammerstein im Nordwesten des mittelfränkischen Landkreises Roth. Das passende Glas hat mir mein Kumpel auch noch gleich mitbesorgt – ganz herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal dafür!

In ebenjenem Brauerei-Pallasbecher zeigt sich das Gundel Weihnachtsbier der Brauerei Gundel in einem geradezu strahlenden Bernstein-farbenen Gewand, gekrönt von einer mittelstabilen, feinporigen Schaumkrone. Gemessen an der Zahl der aufsteigenden Kohlensäurebläschen verfügt der filtrierte, mit 5,4 Volumenprozent eingebraute Sud über eine mittlere Rezenz. Kann dieses Werbebild eines Festbieres auch bei Geruch und Geschmack überzeugen?

Tatsächlich wittert die Nase bald nach dem Eingießen einen schönen malzigen Duft mit Noten von Biscuit und etwas Honig dahinter. Der Antrunk beschert den Geschmacksknospen einen ordentlichen Malzschwall ohne allzu viel Süße mit etwas Honigaromen, aber auch erste Nuancen einer früh einsetzenden, zunächst mittleren Bittere. Letztere entfaltet sich im Körper weiter, allesding ohne vernehmbare Hopfenaromen, und drängt die Malz- und Honigaromen peu à peu in den Hintergrund. Im Abgang hallt die Bittere nach und bleibt länger bitter auf Zunge und Gaumen haften.

Das Gundel Weihnachtsbier der Brauerei Gundel startet als vielversprechendes Festbier mit schönen Malznoten, die am Ende ein Stück weit von der Hopfenbittere verdrängt werden.

Der malzige Anfang war also durchaus lecker, und Hopfen finde ich grundsätzlich auch gut. Hier wird die Bittere mit zunehmender Trinkdauer aber immer dominanter – daher tippe ich hier auf den Einsatz von Hopfenextrakt…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Brauerei Gundel

1 Kommentar

  1. 02/02/2026 / 20:05

    P.S. vom 02.02.2026 um 21:00: Noah & Jörg Gundel haben sich vorhin mit folgendem Kommentar via Instagram bei mir gemeldet, den ich den Lesern hier nicht vorenthalten möchte:

    „Servus Michael,

    vielen Dank für deine ausführliche und fachlich fundierte Rezension unseres Weihnachtsbiers 🍻

    Einen Punkt möchten wir für alle Mitlesenden kurz klarstellen: Hopfenextrakt kommt bei uns grundsätzlich nicht zum Einsatz – auch nicht bei diesem Sud!
    Wir sind eine kleine fränkische Zwei-Mann-Brauerei und pflegen ganz bewusst eine traditionelle, offene Bierphilosophie. Gebraut wird ausschließlich mit Hopfen in Pelletform.

    Die leicht herbere Note ist in der südlichen Nürnberger Gegend typisch. Beim Weihnachtsbier haben wir diese besonders gelöst, indem wir die leichte Bittere im Abgang nicht nur über den Hopfen, sondern auch über das eingesetzte Röstmalz gestaltet haben. Zusammen mit dem malzigen Einstieg und der aromatischen Hopfennote ergibt sich genau die Kombination, die wir gewollt haben und die unser Weihnachtsbier zu unserem beliebtesten Spezialbier macht.

    Wenn du mal in der Nähe bist, komm doch gerne auf ein Rampenbier vorbei – wir würden uns freuen!🍺

    Grüße aus Franken
    Noah & Jörg“

    –> Meine Antwort: Danke für die ausführliche Reaktion – das beantwortet viel. Sorry, dann war das wohl ein Fehlurteil von mir – hatte bei grob 500 verkosteten fränkischen Bieren ein Mal den Fall mit Extrakt (relativ sicher verbürgt) – und das hat mich hier erstmals dran erinnert. Aber wenn Ihr das sagt, glaube ich das natürlich – ergänze ich gerne auch drüben im Blog bei mir entsprechend…

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