#475: Weißer Bock von Mahrs Bräu aus Bamberg in Oberfranken

Bierprobe Weißer Bock von Mahrs Bräu von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

der nächste Weizenbock stammt aus einer meiner fränkischen Lieblingsbrauereien, zu der ich eine ganz eigene emotionale Bindung habe: So hat sich heute ein Weißer Bock von Mahrs Bräu aus dem oberfränkischen Bamberg zur Bierprobe bei mir eingefunden. In jener Brauerei ging anno Juni 2023 alles los für mich und meine bis heute andauernde Reise durch die fränkische Bierszene.

Im Weizenkelch zeigt sich’n Weißer Bock von Mahrs Bräu unfiltriert und farblich irgendwo zwischen Dunkel-Kupfer und Mahagoni. Auf dem mit 7,2 Volumenprozent eingebrauten Trunk thront eine stabile, feinporige Schaumkrone. Der dunkle und weitgehend blickdichte Sud lässt wirklich keinerlei aufsteigende Kohlensäurebläschen erkennen; obergärig-hefetypisch dürfte die Rezenz aber nicht allzu zu gering sein. Das ist optisch alles schon mal sehr vielversprechend

Die Nase umweht alsbald nach dem Eingießen ein ordentlicher hefiger Duft, aber die Bananennoten sind ähnlich wie beim Gutmann-Weizenbock auch hier dezent. Der Antrunk ist hefig-säuerlich mit nur wenigen Bananenaromen, aber dafür eine von untergärigen Böcken bekannten Beeren-, um nicht zu sagen Rumtopfnote, die aber hier nicht ins süßliche, sondern ins eher säuerliche geht – man meint sogar fast leicht rauchige Anklänge zu erschmecken. Seinen Alkoholgehalt kann dieser Weizenbock -– jetzt im Gegensatz zum Gutmann – doch nicht so ganz verbergen.

Im hefig-säuerlichen Körper treffen leichte Bananennoten auf kräftigere Röstmalzaromen – letztere machen aber schnell klar, wer hier Herr im Haus ist, allen voran die Noten von dunkler Schokolade und Beeren. Auch hier meine ich Raucharomen zu schmecken – und auch eine schon hier im Körper einsetzende Hopfenbittere; letztere nicht sehr stark, aber auf alle Fälle kräftiger als bei herkömmlichen Weißbieren. Hopfen und Rauchnoten hallen im Abgang auch noch nach und bleiben auf Zunge und Gaumen haften. Das gefällt mir gut, weil es wirklich nur sehr wenig bananig ist – gleichwohl spüre ich aber auch bei jedem Schluck die Stärke.

Alles in allem erweist sich ein Weißer Bock von Mahrs Bräu als geschmacklich komplexer Weizenbock mit tollem Potpourri von Röstmalzaromen.

Ein leckeres Gebräu also, so ein Weißer Bock von Mahrs Bräu, ein Starkbier mit Ecken und Kanten – so soll es doch sein…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Köln!

Weitere Informationen: Mahrs Bräu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert