
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
heute hat sich das vorerst letzte Gebräu jener Braustätte zur Verkostung auf meinem Balkon im Kölner Süden eingefunden: Und zwar das Premium Pils der Brauerei Leikeim aus Altenkunstadt im östlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Lichtenfels. Ende Januar hatte die seit 1887 befindliche Familienbrauerei Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, um sich so zu sanieren und neu aufzustellen, siehe meinen Blogbeitrag zum Steinbier von Leikeim.
Im Glas präsentiert sich das Premium Pils der Brauerei Leikeim sortentypisch filtriert und in einem strahlenden Goldgelb. Den mit ebenfalls Pils-typischen 4,9 Volumenprozent eingebrauten Sud krönt eine stabile, feinporige Schaumkrone; ordentlich perlende Kohlensäurebläschen deuten auf eine mindestens mittlere Rezenz hin. Das ist zumindest optisch stimmig – ob das auch für Geruch und Geschmack gilt?
Das gilt für ersteres definitiv, denn die Nase erschnuppert nach dem Eingießen einen ordentlichen Duft nach Hopfen, Gras und Heu. Im Antrunk umspülen leichte Malzaromen ohne Süße plus eine recht unmittelbare einsetzende mittelkräftige Hopfenbittere Zunge und Guamen. Im grasig-schlanken Körper treten gegen den Hopfen vor allem Malz- und Getreidearomen an, bis der dann dominierende Hopfen im Abgang leicht ins Florale dreht und an Zunge und Gaumen haften bleibt.
Das Premium Pils der Brauerei Leikeim erweist sich als leckeres und durchaus eines der kräftigeren fränkischen Pilsener.
Auf jeden Fall kommt mir dieses Gebräu positiver daher, als es manche Negativkommentare bei den beiden jüngsten Leikeim-Verkostungen vermuten ließen. Bin gespannt, ob ich dereinst noch weitere Biere aus Altenkunstadt in die Finger bekomme – was auch vom Ausgang des Insolvenzverfahrens abhängt…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Mehr Informationen: Brauerei Leikeim