#452: Das Aecht Schlenkerla Märzen der Brauerei Heller aus Bamberg in Oberfranken

Bierprobe Aecht Schlenkerla Märzen der Brauerei Heller von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

nachdem ich mich durch diverse Bierproben immer mehr an das Thema Rauchbiere „herangetrunken“ habe, möchte ich heute einen wahren Klassiker jenes Bierstils verkosten: Die Rede ist vom Aecht Schlenkerla Märzen der Brauerei Heller aus Bamberg. Es handelt sich dabei um die Bamberger Spezialität schlechthin, seit Jahrhunderten mit Brauerei-eigenem Rauchmalz eingebraut; laut rückseitigem Flaschenetikett wurde dieses Rauchbier bereits im Jahre 1405 erwähnt.

Also mal wieder den Willibecher mit dem altehrwürdigen Schlenkerla-Logo aus dem Regal befördert. In diesem steht das Aecht Schlenkerla Märzen der Brauerei Heller filtriert und in einem irgendwo zwischen Dunkel-Kupfer und Mahagoni einzuordnenden Farbton. Die sehr stabile und auch sehr feinporige Schaumkrone auf dem Trunk unterstreicht die ansehnliche Optik. Die Rezenz des mit 5,1 Volumenprozent Alkohol ausgestatteten Sudes scheint in Ermangelung sichtbarer Kohlensäurebläschen eher niedrig zu sein. Nun denn, wird mir auch dieses Rauchbier munden?

Die Nase umweht direkt nach dem Eingießen ein ordentlicher rauchmalziger Duft, aber ehrlich gesagt deutlich weniger Schinken, als ich erwartet hatte. Irgendwann kommen hinter dem Rauchteppich sogar noch ganz leichte Noten von Beerenfrüchten und Roggenbrot hervor. Auch der Antrunk erweist sich nicht als Schinkenbombe, sondern er liefert eher Aromen von dunklen Beeren und Lakritz unter einem leichten Rauchschleier mit wenig Süße. Im kernigen Körper wetteifern die Rauch- und Röstmalzaromen um die Dominanz – aber die einzelnen Nuancen wie Nüsse und Beeren bleiben vernehmbar. Schon im Mittelteil legt auch die gar nicht so geringe Hopfenbittere los, was gut passt und die Raucharomen weiter einhegt. Im Abgang hallt der Hopfen schön nach.

Das Aecht Schlenkerla Märzen der Brauerei Heller zeigt sich als komplexes und nicht zu rauchiges Rauchbier – sehr eigen, aber auch sehr lecker.

Jedenfalls ist die Rauchnote bei weitem nicht so dominant wie erwartet – ich bin wirklich positiv überrascht…

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Hellerbräu Bamberg

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