#443: Der Aisch-Büffel der Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf in Oberfranken

Bierprobe Aisch-Büffel der Brauerei Rittmayer von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

gibt es im Aischgrund – dem weit verzweigten Gewässersystem entlang des fränkischen Flüsschens Aisch – nicht nur Karpfen, sondern auch Büffel? Genau diese Legende will jedenfalls der Aisch-Büffel der Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf ganz im Westen des oberfränkischen Landkreises Forchheim stricken: „Dunkel, wild, anders“, verspricht das vorderseitige Flaschenetikett – und „mehr als Bock“ die Rückseite. Dann wollen wir in der Verkostung doch mal darauf achten, ob das Gebräu diese Versprechen einlösen kann.

Im Willibecher präsentiert sich der Aisch-Büffel der Brauerei Rittmayer unfiltriert und in einem fast leuchtenden Dunkel-Mahagoni. Oben auf dem mit 6,5 Volumenprozent Alkohol eingebrauten Sud steht eine mittelstabile, feinporige und cremefarbene Schaumkrone; die Rezenz ist gemessen an den wenigen sichtbaren Kohlensäureperlen augenscheinlich sehr niedrig. Damit ist die Optik jedenfalls schon mal herausragend – ob dies auch für Geruch und Geschmack gilt?

Tatsächlich verströmt der Trunk bald nach dem Eingießen einen röstmalzig-fruchtigen Geruch in Richtung rote Beerenfrüchte, aber noch nicht Rumtopf – plus diverse kräftige Röstmalznoten wie Toffee, Lakritz und dunkle Schokolade. Das ist schon mal sehr vielversprechend. Der Antrunk liefert Zunge und Gaumen dann wenig Süße, aber auch keinen totalen Röstmalzschwall – eher ein elegantes Potpourri von Frucht- und Röstmalzaromen, die sich erst im leicht-säuerlichen Körper stärker auseinanderdividieren. Denn hier treffen Röstmalzaromen von dunkler Schokolade, etwas Nüssen und ganz leichtem Lakritz auf eine dunkle Beerenfruchtigkeit – aber auch hier ohne Süße. Im Abgang übernimmt eine leckere und nicht allzu starke Hopfenbittere, die für meinen Geschmack sogar noch was kräftiger als Gegengewicht sein könnte.

Der Aisch-Büffel der Brauerei Rittmayer verspricht nicht zu viel – und erweist sich als tolles und nachgerade elegantes Starkbier.

Das Aromenpotpourri ist jedenfalls tatsächlich sehr eigen – und deutlich anders als bei einem klassischen Bockbier.

In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Weitere Informationen: Brauerei Rittmayer Hallerndorf

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