
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
auch den Protagonisten der heutigen Bierprobe auf meinem Balkon im Kölner Süden verdanke ich Markus Görtz von meinem Stammbier-Lieferanten Beerolution aus Troisdorf. Denn der hat dieses Wild Red Lager der Brauerei Kaiser direkt vor Ort besorgt in Grasmannsdorf, einem Ortsteil von Burgebrach im südwestlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Bamberg. Bei dem Sud handelt es sich laut Flaschenetikett und den Meistersud von Jannik Kaiser, dem Sohn von Inhaber Georg Kaiser.
Also den passenden Glaskrug aus dem Regal gezaubert, in dem das Wild Red Lager der Brauerei Kaiser unfiltriert und in einem leuchten, zwischen Kupfer und Bernstein changierenden Farbton schon mal mehr als ansehnlich steht. Geradezu als Zierde erweist sich auch die sehr stabile, feinporige Schaumkrone oben auf dem mit 4,9 Volumenprozent eingebrauten Sud, die zudem von unten durch zahlreiche aufsteigende Kohlensäureperlen Unterstützung erfährt. Nun freue ich mich umso mehr aufs Anschnuppern und Anschmecken.
Tatsächlich verströmt der Trunk einen brotig-maischigen Geruch mit vernehmbaren Noten von roten Beerenfrüchten dahinter. Der Antrunk liefert dann eine schöne Süße mit einem an rote Johannisbeere und andere roten Beeren erinnernden Fruchtschwall, plus eine ebenfalls sehr früh einsetzenden mittelkräftigen Hopfenbittere, die laut Etikett von den Hopfensorten Lotus und Solero stammen. Im leicht säuerlichen Körper ringen die Frucht- und Hopfennoten um die Dominanz, wobei erst die Beeren und dann die Hopfenbittere obsiegt – bis letztere im Abgang ordentlich bitter nachhallt und auf Zunge und Gaumen haften bleibt.
Das Wild Red Lager der Brauerei Kaiser erweist sich als toller Meistersud des Kaiser-Sohnemanns, der leicht modern und gleichwohl gefällig und süffig daher kommt.
Die Beschreibung auf dem Etikett „bitter mit beerigem Aroma“ trifft es übrigens geradezu haargenau…
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Kaiser