
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
das heutige Objekt meiner Verkostungsbegierde bekommt man in Oberfranken (fast) überhaupt nicht: Die Rede ist vom Jopen Weiherer Fade into Darkness der Jopen Brouwerij aus Haarlem in den Niederlanden sowie der Brauerei Kundmüller in Weiher, ein Ortsteil der Gemeinde Viereth-Trunstadt im westlichen Teil des Landkreises Bamberg. Das Gebräu ist ein sogenannter „Collaboration Brew“ der beiden befreundeten Braustätten.
Hintergrund: Die Weiherer-Chefs Roland und Oswald „Ossi“ Kundmüller haben die Jopen Brouwerij im vergangenen Dezember vor Ort in Haarlem bei Amsterdam besucht und dort dieses Schwarzbier als Gemeinschaftssud eingebraut. Seit Anfang März schenken die Kundmüllers das Gebräu in ihrer Gaststätte in Weiher aus; ansonsten ist es in der Dose nur in den Niederlanden erhältlich, wie etwa das fehlende Einwegpfand-Logo auf der Dose beweist. Markus Görtz, Mitinhaber meines Stammbier-Dealers Beerolution, hat das Bier kürzlich bei einem Besuch in Weiher von Roland Kundmüller überreicht bekommen und mir eine Dose abgetreten – vielen Dank ganz ausdrücklich auch an dieser Stelle noch einmal dafür!
Zugleich hat Markus auch noch einen schönen Weiherer-Teku-Pokal erhalten, der mir für diesen Sud geradezu wie geschaffen erscheint: Tatsächlich ergießt sich das Jopen Weiherer Fade into Darkness – nomen est omen – unfiltriert und beinahe pechschwarz in ebenjenes Glas, genauer: in einem Dunkel-Mahagoni. Obendrauf thront eine stabile, feinporige und dabei cremefarbene Schaumkrone; im sehr dunklen Sud sind nur wenige Kohlensäurebläschen erkennbar, was auf eine niedrige Rezenz deutet; beim Alkohol sind 5,0 Volumenprozente eingebraut. Was folgt da noch geruch- und geschmacklich?
Tatsächlich umweht die Nase alsbald nach dem Einschenken ein kräftiger Röstmalzduft nach dunkler Bitterschokolade und Espresso, der wirklich Lust aufs Antrinken macht. Ebenjenes beschert Zunge und Gaumen einen schönen Röstmalzschwall ohne nennenswerte Süße sowie eine früh einsetzende, mittelkräftige Hopfenbittere. Im leicht säuerlichen Körper treffen Röstmalzaromen von Bitterschokolade, Espresso und ganz leicht Lakritz auf die Hopfennoten und ringen um Dominanz, bis letztere im Abgang nachhallt und länger auf Zunge und Gaumen haften bleibt.
So präsentiert sich das Jopen Weiherer Fade into Darkness als Schwarzbier mit toller Melange von Röstmalzaromen, die mir sehr gut gefällt!
Übrigens handelt es sich beim Jopen Weiherer Fade into Darkness bei weitem nicht um den einzigen Collab-Brew der Kundmüller-Brüder: Allein hier im Blog habe ich bereits das Weiherer Oldskool Rauchweizen und den Weiherer Cervejaria Rauchbock präsentiert. Jopen und Kundmüller verbindet zudem eine ähnliche Brauphilosophie: Beide setzen auf innovative Verbindungen von Tradition und Moderne, wie sich auch hier zeigt.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Kundmüller