#450: Das Steinbier der Brauerei Leikeim aus Altenkunstadt in Oberfranken

Bierprobe Steinbier der Brauerei Leikeim von FrankenBierFreund

Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,

und wieder musste eine Brauerei aus Oberfranken die Segel streichen: Die Familienbrauerei Leikeim aus Altenkunstadt im östlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Lichtenfels hat heute laut diversen Medienberichten Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Anlass genug also – wenngleich ein trauriger – heute das Steinbier der Brauerei Leikeim auf meinen Balkon im Kölner Süden zu befördern, das bereits seit einiger Zeit bei mir im Keller der Verkostung harrt. Das letzte Leikeim-Gebräu gab’s hier im Juli 2023, also vor rund zweieinhalb Jahren.

Im Glas präsentiert sich das Steinbier der Brauerei Leikeim unfiltriert und in einem sehr pittoresken Dunkel-Bernstein. Auf dem mit ordentlichen 5,8 Volumenprozent eingebrauten Sud thront eine mittelstabile, feinporige Schaumkrone. Das recht blickdichte Gebräu erlaubt keinen Rückschluss auf die Kohlensäure, aber es wirkt optisch niedrig-rezent. Nun bin ich schon sehr gespannt, denn laut rückseitigem Flaschenetikett handelt es sich beim Steinbier der Brauerei Leikeim um „eines der ältesten Brauverfahren der Welt“, bei dem Malzzucker an glühenden Steinen karamellisiert – was durchaus verlockend klingt.

Und tatsächlich, die Nase nimmt direkt nach dem Eingießen einen brotig-malzigen Duft mit vernehmbaren Karamellnoten dahinter wahr. Im Antrunk trumpft der erwartete Malzschall auf, mit einem schönen und nicht allzu süßen Karamellaroma, das gleichwohl nicht alle anderen Aromen überdeckt. Und das aufgrund seiner Röstnote sehr gut zu den anderen Röstmalznoten von Toffee und dunkler Schokolade passt. Im leicht säuerlichen Körper duellieren sich vor allem die Röstmalzaromen von Karamell, Nüssen und dunkler Schokolade. Im Abgang rundet eine mittelstarke Hopfenbittere diesen gelungenen Trunk ab.

Insgesamt erweist sich das Steinbier der Brauerei Leikeim als süffiges Bier mit raffinierter und durchaus eigener Mischung von Röstmalznoten.

Bleibt zu hoffen, dass es der seit 1887 in Familienbesitz befindlichen Brauerei gelingt, sich mit der Insolvenz erfolgreich zu sanieren. Geschäftsführer Andreas Leikeim begründet den Schritt mit einem massiven Rückgang bei Absatz und Umsatz aufgrund der seit Jahren wegen des rückläufigen Bierkonsums und steigender Rohstoffpreise angespannten Lage im Biermarkt.

In diesem Sinne – wohl bekommt’s
Alaaf & Jrooß us Kölle!

Mehr Informationen:  Brauerei Leikeim

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