
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
das nächste Starkbier markiert zugleich eine Braupremiere in meiner Verkostung fränkischer Biere: Denn heute hat sich auf meinem Balkon im Kölner Süden der Ludwig Samuel Bock der Brauerei Först aus Drügendorf eingefunden, ein Ortsteil der Gemeinde Eggolsheim im Norden des oberfränkischen Landkreises Forchheim.
Im Glas kleidet sich der Ludwig Samuel Bock der Brauerei Först in einem unfiltrierten, farblich in Richtung Orange und Hell-Bernstein gehendem Gewande. Den Sud krönt eine stabile, feinporige Schaumkrone; zahlreiche Kohlensäureperlen deuten zudem auf recht hohe Rezenz. Mit 6,3 Volumenprozent Alkohol ein vergleichsweise moderates Starkbier also. Ob das Gebräu sich bei Geruch und Geschmack ebenso gefällig erweist?
Tatsächlich erschnuppert die Nase zunächst einen getreidig-hellmalzigen Duft mit leichten Noten von Bisuit und Orange dahinter – was einen starken Kontrast zu dunklem Böcken wie etwa dem jüngst verkosteten Fürst Carl Winterbock markiert. Der Antrunk liefert jedoch keinerlei Malzsüße, dafür aber einige Hellmalz- und Getreidenoten sowie eine früh einsetzende und durchaus mittelkräftige Hopfenbittere. Im getreidigen Körper versuchen die Malznoten gegen den nun stark in Richtung Bitter-Orange drehenden Hopfen anzustinken, aber vergeblich – es blitzen auch keine anderen Noten mehr hindurch. Im Abgang dreht der Hopfen noch mal nachhallend auf und bleibt zudem länger auf Zunge und Gaumen haften.
So präsentiert sich der Ludwig Samuel Bock der Brauerei Först als süffiger und gut laufender Bock mit einer schönen Hopfenaromatik, was gut gefällt.
Die im Jahr 1525 gegründete Braustätte hat erst im vergangenen Jahr ihr 500-jähriges Jubiläum gefeiert. Ich werde in diesem Jahr noch weitere Sude von Först präsentieren, denn mein Bierhändler Beerolution in Troisdorf führt die Brauerei nun dauerhaft.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Brauerei Först