
Servus liebe Frankenbier-Gemeinde,
seit dem vorgestrigen Aschermittwoch läuft hierzulande die Fastenzeit. Dazu passend gibt’s heute den Aecht Schlenkerla Urbock der Brauerei Heller aus Bamberg. Denn: Gemäß dem mittelalterlichen Grundsatz „liquida non frangunt ieiunium“ bricht Flüssiges das Fasten nicht. Bei diesem Gebräu handelt es sich gewissermaßen um den starken Bruder des erst kürzlich verkosteten Klassikers Rauchbier Märzen.
Ins passende Brauereiglas ergießt sich der Aecht Schlenkerla Urbock der Brauerei Heller als filtrierter Sud in einem ansehnlichen Farbton zwischen Dunkel-Kupfer und Mahagoni; obendrauf eine mittelstabile und eher grobporige Schaumkrone. Kaum aufsteigende Bläschen deuten auf eine niedrige Rezent; der Alkoholgehalt ist mit 6,5 Volumenprozent mittelkräftig. Nun bin ich tatsächlich schon sehr gespannt auf Geruch und Geschmack, denn immerhin handelt es sich um meinen ersten Rauchbock überhaupt.
Die Nase erschnuppert alsbald nach dem Eingießen einen kräftigen Duft nach Rauch- und Röstmalz mit ordentlicher Beerenfruchtnote dahinter. Der Antrunk liefert einen schönen Schwall von Röstmalzaromen mit nur leichter Rauchnote und etwas Süße. Im leicht säuerlichen Körper treffen die Röstmalz- auf die Raucharomen, wobei hier wirklich das Röstmalz mit allerlei Aromen von Beerenfrucht, Lakritz und dunkler Schokolade die Oberhand behält; über alldem schwebt nur ein leichter Rauschleier. Und auch die Hopfenbittere startet schon früher, bevor sie im Abgang stärker als bei anderen Schlenkerla-Gebräuen nachhallt und auch auf Zunge und Gaumen haften bleibt.
Der Aecht Schlenkerla Urbock der Brauerei Heller besticht mit einem komplexen Potpourri von Aromen, das mit jedem Schluck besser schmeckt.
Dieser nur saisonal im Herbst und Winter angebotene Trunk wird bereits im Sommer eingebraut und lagert laut Flaschenetikett besonders lang „in den Bierkellern aus dem 14. Jahrhundert unter dem Stephansberg“ von Bamberg. Ein weiteres tollen Gebräu von Heller also – langsam werde ich wirklich so etwas wie ein wahrer Fan von Rauchbieren.
In diesem Sinne – wohl bekommt’s.
Alaaf & Jrooß us Kölle!
Weitere Informationen: Hellerbräu Bamberg